Gesegnet war sie ...

... die "Erste Langerfelder Lange Lesenacht", das war keine Frage. Noch am Tag nach der langen Nacht der Literatur in unserem kleinen Saal fliegen uns die Dankesgrüße und Begeisterungsnotizen von Publikum und Autoren nur so zu. Das Wort "Lesung" ist zu gering für das, was im Vereinshaus am Hedtberg den Zuschauern geboten wurde. Doch beginnen wir von vorn. Am Anfang war der kleine Saal noch wie üblich mit fünf Tischen, einer Sitzecke und vielen gestapelten Stühlen ausgestattet. Doch das änderte sich binnen weniger Stunden und eine Bühne mit aller notwendigen Technik und die Stuhlreihen für 65 Besucher gaben dem Saal ein neues und ungewohntes Gesicht.

Der kleine Saal ist bereit für die Lesenacht


Die ersten Autoren trafen eine knappe Stunde vor Beginn der Lesung ein und nur wenig später sicherten sich die ersten Besucher die für sie besten Plätze. Hervorragend verpflegt von unserer Hausmutter ging die Autorenschaft ans Werk. Mit einer kurzen Begrüßung durch unseren Hausvater und der Bitte um Gottes Segen für die Veranstaltung begann mit wenig Verspätung ein Feuerwerk der Vortragskunst. Die Eröffnungsvorleserinnen Bettina Forbrich und Martina Sprenger lieferten mit einem kleinen Schauspiel einer Ehe und gelesenen Geschichten aus ihren Büchern einen gelungenen Einstieg ab.

Der nächste Autor Stefan Lehner war kurzfristig beruflich verhindert und ließ sich von Michael Meyer würdevoll und kunstvoll vertreten. Der Beifall zeugte auch hier von einem gelungenen Einheizen mit wunderbarem Bezug auf die Zeit, als es noch Telefonzellen gab. Die Stimmung kochte langsam aber sicher hoch, als Harry Michael Liedtke dem Ganzen mit einer schier unglaublichen Geschichte über die Erfüllung des letzten Wunsches eines Musikers das Publikum begeisterte.

Lesung beim CVJM Langerfeld


Nach einer kurzen Pause, in der die Zuschauer den direkten Kontakt mit den Künstlern ebenso erfrischend nutzten wie die reichhaltige Getränkeausgabe, begannen Klaus Marschall und Peter Behrens mit ihrem munteren Vortrag aus dem Leben Peter Behrens mit und ohne Trio.

Lesung mit Klaus Marschall und Peter Behrens


Mit ausgezeichnetem trockenen Humor entfachten Klaus und Peter wahre Lachsalven und die gute Stunde voller Dialoge, Geschichten aus dem Leben einer deutschen Musikgruppe und kleinen Demonstrationen auf unserem hauseigenen Schlagzeug ließen die alle Anwesenden die Zeit bis 22.30 Uhr wie im Fluge vergehen.

Bis nach Mitternacht boten Claudia Kociucki, Louis Jansen, Jochen Ruscheweyh und Michael Meyer dann einen bunten Strauß flotter Geschichten mit wechselnden Rollenverteilungen. Das Publikum dankte diesen Einsatz mit einem gut gefüllten Autorenhut, denn alle Autoren und auch unser prominenter Gast haben auf jedes Honorar verzichtet. Es war also eine rundum gemeinnützige Lesung, die auch vorab schon Beachtung in der Presse gefunden hatte.

Unser kleiner Saal war fast vollständig besetzt und beim Abschied erblickten wir trotz der fortgeschrittenen Stunde nur fröhliche Gesichter.

Collage der Lesung vom 12.04.2014


Diese erste lange Lesenacht hat uns bestätigt, dass in unserem Haus und in unserem Stadtteil diese Form von Kultur sehr wichtig ist und angenommen wird. Wir haben als CVJM aus unserem Aufgabenkreis heraus auch einen Bildungsauftrag für Menschen mit wenig Geld. Diese möchten wir herzlich einladen, unser kostenloses Angebot zu nutzen. Wir sind froh und glücklich über jeden Besucher und wünschen uns, dass jeder seinen Nachbarn, Freund oder Verwandten mitbringt. Und vor allen Dingen wünschen wir uns, dass Menschen in unsere wahrhaft fröhlich machenden Lesungen kommen, die sich sonst wenig Kultur leisten können.

Wir danken für den Segen, die diese Veranstaltung über uns Haus gebracht hat. Und wir danken auch der Fotografin Jeanette Mielke vom Kamener Kreuz, die uns die Fotos (bis auf das Erste) unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat.

Die nächste Lesung ist eine Premierenlesung und es stellen sechs Autorinnen und Autoren die humorvolle Sammlung kurioser und witziger Einfälle unter dem Titel "Im Dutzend witziger" vor. Wir richten dafür das Café in unserem Haus ein und wer Plätze reservieren möchte, der kann dies unter der bekannten Rufnummer 0202-604232 tun.

Kategorie: Veranstaltungen | Von: Administrator