11. Dezember – Unser Fenster zum Advent

Fenster zum Advent in Langerfeld

Seit 01.12.2019 findet wieder das traditionelle ökumenische Fenster zum Advent in unserem Stadtteil Langerfeld statt. Irgendwo in Langerfeld öffnet sich eine Tür und wir können gemeinsam bei Tee, Gebäck, Punsch und Weihnachtsliedern vielleicht Gedichten, einer kleinen Andacht oder besonderen Aktionen lauschen und mitmachen.

Unser Fenster zum Advent ist am 11.12.2019 um 18.00 Uhr im Café im Erdgeschoss geöffnet. Es gibt selbst geblasene Weihnachtslieder, eine kleine Andacht zum fröhlichen Nachdenken, Kinderpunsch und Kekse und natürlich eine ganz besondere Aktion zum Staunen und Anregen. Kommen Sie einfach herein und machen Sie mit. Es kostet nichts.

Alle Fenster zum Advent finden Sie HIER.

Fenster zum Advent 2019

Hier nun der gehörte Text zu unserem Fenster

Mein Leben ist eine Achterbahn?

Da will ich als ganz normaler Mensch gemäß dem Rat weiser Menschen mein Leben selbst in die Hand nehmen und dann ist es doch ziemlich fremdbestimmt, wenn ich so recht darüber nachdenke.

Manchmal kommt es mir doch so vor, als würde ich in einem dieser engen Wagen einer Achterbahn sitzen. Früh am Morgen stehe ich auf und beginne mit meinem täglichen Tagesablauf zwischen den Wünschen anderer Menschen in meinem Beruf, der Familie, im Verein, der Nachbarschaft und natürlich meinen eigenen Bedürfnissen.

Wie in einer Achterbahn sitze ich eingeklemmt zwischen den äußeren Umrandungen meines Lebens und warte darauf, dass ich auf die Bahn nach oben gezogen und über die Schienen geschossen werde. Natürlich ist das hinaufgezogen oder geschoben werden nur der Anfang.

Denn mein Ziel ist ja die wilde Fahrt über die Bahn nach unten, durch wilde und sanfte Kurven, vielleicht durch Tunnel und ganz sicher durch den einen oder anderen Looping, der alles auf den Kopf stellt. Mal schnell, mal langsam, so stelle ich mir unser Leben vor.

Bleibe ich bei diesem Vergleich, so habe ich wenige Möglichkeiten, die Fahrt durch mein Leben zu beeinflussen. Die Seitenwände des Waggons, an denen ich mich festhalte, hat ein mir fremder Mensch gebaut. Meine Mitfahrer/innen im Wagen kann ich nur zum Teil mitbestimmen. Die Stahlschienen der Bahn hat jemand aufgebaut und ja, sogar hergestellt, den ich vermutlich niemals in meinem Leben sehen werde. Den Entwurf meiner Achterbahn hat ganz sicher ein Ingenieur gefertigt, dessen Namen ich niemals erfahren werde. Und was die Geschwindigkeit der rasanten Fahrt angeht, nun ja, die kann ich am allerwenigsten kontrollieren. Ich kann nur genießen oder schreien. Oder stillschweigen.

Stelle ich mir vor, dass Gott den Entwurf geschaffen und die Schienen meiner Lebensachterbahn gebaut hat, die seinem Entwurf für mein Leben folgen, dann gibt es zwei Dinge, die mich darüber nachdenklich werden lassen. Kann ich mein eigenes Leben wirklich so wenig selbst bestimmen, wie ich es in meiner Achterbahn kann? Und kann ich darauf vertrauen, wie bei einer Achterbahn in einem Vergnügungspark, dass der Konstrukteur und Erbauer alles richtig gemacht haben, damit mir nichts Schlimmes passiert? Zu zweitens sage ich ja und zum ersten vielleicht.

Gott baut unsere Lebensachterbahn nach seinen Plänen. Doch wir bestimmen selbst, ob wir einsteigen, vertrauen, uns in die Kurven legen oder steif dagegen anstemmen. Wir können schreien, fröhlich sein, Angst haben und erleichtert oder traurig sein, wenn wir am Ende der Fahrt angekommen sind. Wir dürfen die Aussicht genießen, mit den Mitfahrern reden, uns miteinander bekannt machen und sogar Mut und Trost spenden. Theoretisch könnten wir sogar während der Fahrt aussteigen, aber das machen nur wenige Menschen. Selbst bei einer Störung dürften wir auf offener Strecke darauf vertrauen, dass uns geholfen wird. Wir können also unser Leben in den Grenzen Gottes durchaus selbst bestimmen. Wie lange unsere Fahrt dauert, die Bahn des Lebens uns führt, das können wir beim Blick aus dem Waggon nur erahnen. Auch die Frage, ob wir am Ziel ankommen oder zwischendurch angehalten werden, können wir nicht beantworten.

Und damit uns dieses Bild einer Achterbahn ein wenig länger im Kopf bleibt, habe ich heute keine Kosten und Mühen gescheut, Ihnen nicht nur von Bahnen und rasanten Fahrten zu erzählen, sondern Sie auch selbst einmal mit den Händen und Köpfen Einfluss auf das Leben anderer zu nehmen. Natürlich finden Sie jetzt keine Achterbahn zum Platznehmen. Für einen Weihnachtswunsch wäre das wohl ein wenig übertrieben.

Heute muss eine Murmelbahn der besonderen Art ausreichen. Wie in unser aller Leben, geht es mit den bunten Kugeln dort mal schnell, mal langsam voran, mal bergab und sogar bergauf, mal über Abgründe und mal ohne Kontakt zum Boden durch die Bahnen. Versuchen Sie einfach, ein optimales Ergebnis zu erzeugen. Beobachten Sie, was geschieht und greifen Sie helfend ein, wo es nötig ist. Und denken Sie gern darüber nach, wie eine Murmel vielleicht den vorgezeichneten Lauf einer anderen verändert. Wie hilfreich manche Murmel ist, wenn sie einfach nur auf eine andere wartet, um dieser bei ihrem Lauf zu helfen, ihr den nötigen Schwung zu geben.

Murmelbahnaufbau von Carsten Koch mit Gravitrax von Ravensburger

Fühlen Sie sich ruhig ein wenig wie der Herr über das Leben der bunten Kugeln. Und ich kann Ihnen verraten, dass sich jede Kugel anders verhält, wenn sie erst einmal unterwegs ist. Sie mögen gern auch fühlen, was in Ihnen geschieht, wenn Ihr Plan nicht aufgeht. So, wie es mir in den mehr als vier Stunden Aufbau oft genug ergangen ist.

Und wie auch in unserem Leben, in der Achterbahn unseres Lebens und dieser Murmelbahn, ist das Ende eines Durchgangs sehr wahrscheinlich nicht das endgültige Ende. Denn am Ende des Tages wird diese Murmelbahn wieder in die Kisten verpackt und völlig anders zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgebaut. Die Kugeln jedoch werden die gleichen sein.

Machen Sie sich ein paar schöne Tage in dieser Weihnachtszeit. Feiern Sie den Geburtstag desjenigen, der uns in der Murmelbahn unseres Lebens begleitet und dafür sorgt, dass das Ende unserer Strecke nicht das Ende unseres Lebens ist. Frohe Weihnachten!

Text und Foto: Carsten Koch
Verwendung nur mit Genehmigung des Autors

Als es das Wort Flashmob noch nicht gab …

… entstand die wunderbare Tradition, dass jedes Jahr am Heiligabend der Posaunenchor des CVJM Langerfeld auf dem Langerfelder Markt Weihnachtslieder spielt.

Flashmob aus Tradition in Langerfeld

Vielen Dank an unsere Musiker und die hunderte von mit uns Weihnachten feiernden Menschen aus und in Langerfeld. Wir haben damit den ältesten Flashmob Wuppertals wieder einmal in seiner Tradition bestätigt.

Frohe Weihnachten aus der “Burg Langerfeld”.