Fröhliche Weihnachten?

In diesem besonderen Jahr fällt der “älteste Flashmob Deutschlands”, das Musizieren auf dem Langerfelder am Heiligabend aus. Unsere Musiker haben sich dazu musikalische und bildliche Gedanken gemacht.

Ja, fröhliche Weihnachten!

Das mag in Anbetracht dieses fast vergangenen Jahres wie Ironie oder Hohn klingen, von fröhlichen Weihnachtstagen zu sprechen. Doch wir, die diese Worte hier lesen können, dürfen uns glücklich schätzen. Wir feiern den Geburtstag Jesus und das sollte uns trotz der anstrengenden Zeiten fröhlich stimmen.

Eine Frage, die mich seit meiner Konfirmationszeit begleitet, ist meines damaligen Pastors. Er zitierte in jeder Predigt zunächst eine Bibelstelle um dann zu fragen “Und was hat das mit mir und meinem heutigen Leben zu tun?” Welche Bedeutung hat also die “”bundesweite Geburtstagsparty” für jemanden, der schon lange nicht mehr lebt und zudem vielleicht für einige unter uns Lesenden gar nicht gelebt haben mag? Ist es nicht so, dass dieser Mensch Jesus durch alle Geschichten und Erzählungen zu einem Vorbild für unsere Gesellschaft geworden ist? Ein Vorbild an Ausdauer, Konsequenz, Güte, Fairness und Festigkeit im Glauben an Gott. Doch auch ein Vorbild darin, was es bedeutet, immer und immer wieder mit Gutem gegen das Böse zu kämpfen. Ohne jede Waffe, ohne Bomben und ohne jegliche Schlag ins Gesicht des Gegners. Vielmehr zeigt uns Jesus, was Vertrauen, Miteinander, Verzeihen, Heilen und Überzeugen durch Taten bewirken können.

Wir sind nicht dazu verdammt, untätig auf ein Wunder zu warten. Vielmehr hat uns doch Jesus gezeigt, dass wir aktiv werden müssen und unseren Glauben aktiv zeigen und leben sollen. Heute würde man das “Outing” oder “Ehrenamtliches Engagement” nennen. Doch Jesus hat auch gezeigt, dass wir einander helfen, miteinander reden und Wege finden sollen, Hilfe, Liebe und Freundschaft zu geben.

Dieses Jahr unter Corona hat uns sehr deutlich gezeigt, wer an ein Miteinander in der Gesellschaft glaubt und wer egoistisch durch die Welt läuft. Es trennt sich die Spreu vom Weizen, wie ein altes Sprichwort sagt. Die Spreu nutzte man früher als Bodenbelag wo es feucht war oder man verheizte sie. Die Weizenkörner jedoch haben genährt, wurden ausgesät und haben sich um ein tausendfaches vermehrt. Sie wurden Brote, Kuchen und wieder Saatkörner. Darum kann ich in diesen Zeiten, in denen wir uns dank unserer medizinischen Fortschritte glücklich schätzen können, mit milderen Folgen als bei der Pest im Mittelalter davon zu kommen, nur darum beten, dass wir Weizenkörner (oder wie die Bibel sagt Senfkörner) sind und keine Spreu.

Lasst uns daran glauben, dass alles gut wird, wenn wir eingedenk der Worte Jesus eine Gemeinschaft sind, in der jeder dafür sorgt, dass es uns allen gut ergeht. Lasst uns nicht nur während der Geburtsfeier für Jesus an Weihnachten füreinander da sein und einander unterstützen. Das gelächelte “Danke” im Supermarkt, die getragene Tasche des Nachbarn auf dem Heimweg, der klärende Kommentar bei facebook, das Trinkgeld für den Lebensmittelboten, das gesungene oder gespielte Weihnachtslied vor der Haustür oder aus dem Dachbodenfenster, der Anruf beim Enkel oder die längst überfällige Mail an die Freunde. Zusammenhalt beginnt ganz klein und nur dort, wo sie uns am nächsten ist: Mit der ersten guten Tat durch uns selbst!

Und gerade in schlechten Zeiten hat uns Jesus doch gesagt, dass wir nicht mutlos sein müssen. Ganz im Gegenteil und jetzt erst recht heißt es doch mit dem alten Jungscharspruch so richtig “Mit Jesus mutig voran!”

In diesem Sinne sage ich “Happy birthday, Jesus” und “Fröhliche Weihnachten”! Bleibt gesund, bleibt fröhlich und lebt die Gedanken unseres Vorbilds im Alltag einfach mal aus. Es macht riesigen Spaß!

Euer Carsten Koch, 2. Vorsitzender